Die neue EU-Maschinenverordnung (2023/1230) – Was Anlagenbetreiber und Hersteller jetzt wissen müssen

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In der aktuellen politischen Diskussion um den Abbau bürokratischer Hürden in Deutschland ist ein neuer Akteur ins Visier geraten: der Sicherheitsbeauftragte (SiBe). Es gibt Bestrebungen, die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten (ab 20 Beschäftigten) zu lockern oder gar abzuschaffen.

Das Ziel: Unternehmen von „unnötigem Ballast“ zu befreien. Wir als Schmittnägel Ingenieure GmbH halten diese Entwicklung für ein gefährliches Signal und beziehen dazu klar Stellung.

Die Illusion der Entbürokratisierung

Das Hauptargument für eine Abschaffung ist die Einsparung von Bürokratie. Doch schauen wir uns die Realität im Betrieb einmal an: Was wird durch den Wegfall der SiBe-Pflicht tatsächlich an „Papierkram“ gespart?

  • Eine Seite: Das Formular „Bestellung zum Sicherheitsbeauftragten“.
  • Eine Seite: Der Aushang „Bekanntmachung der Sicherheitsbeauftragten im Betrieb“.

Zwei Blatt Papier weniger – das ist alles. Doch der Preis, den ein Unternehmen für diese vermeintliche Erleichterung zahlt, ist unverhältnismäßig hoch.

Wir raten von der Abschaffung des SiBe ab:

    Die Abschaffung des Sicherheitsbeauftragten unter dem Deckmantel der Entbürokratisierung spart kein Geld – sie erhöht das Risiko. Ein einziger schwerer Arbeitsunfall kostet ein Unternehmen um ein Vielfaches mehr als die Ausbildung und die wenigen Stunden Arbeitszeit, die ein SiBe für seine Aufgabe benötigt. Wer den SiBe abschafft, spart zwei Formulare ein, verliert aber die wertvollste Schnittstelle für den praktischen, gelebten Arbeitsschutz im Alltag.

    Warum der SiBe in der Praxis unersetzlich ist

    Sicherheitsbeauftragte sind keine Theoretiker am Schreibtisch. Sie sind die Augen und Ohren des Arbeitsschutzes direkt an der Basis – in der Werkstatt, im Lager oder in der Produktion. Sie arbeiten „auf Augenhöhe“ mit den Kollegen und bewirken oft mehr als jede offizielle Begehung:

      1. Prävention im Alltag: Der SiBe bemerkt die lose Kabelbrücke, das fehlende Geländer oder den unsachgemäßen Umgang mit Gefahrstoffen sofort – nicht erst, wenn die externe Sifa einmal im Quartal kommt.
      2. Akzeptanz im Team: Ein Kollege nimmt den Hinweis eines langjährigen Mitstreiters („Du, setz doch bitte die Schutzbrille auf“) eher an als die Anweisung „von oben“.
      3. Wissenstransfer: Sicherheitsbeauftragte sind wichtige Multiplikatoren, die Gefahren erkennen, bevor daraus Unfälle entstehen.

    Fazit

    Wir plädieren leidenschaftlich für den Erhalt dieser Funktion. Anstatt den SiBe abzuschaffen, sollte Politik und Wirtschaft lieber in deren Qualität und Motivation investieren.

    Wir unterstützen unsere Kunden weiterhin aktiv dabei, ihre Sicherheitsbeauftragten zu coachen und fachlich fit zu machen – denn echter Arbeitsschutz passiert nicht auf dem Papier, sondern im Betrieb.